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Evangelist Lukas (18. Oktober)

»Es begab sich aber zu der Zeit …« – So beginnt die Weihnachtsgeschichte des Lukas. Der große Erzähler unter den Evangelisten  ist selbst Gegenstand vieler Erzählungen und Legenden. Sie füllen die großen Lücken, die das gesicherte Wissen über die Person des Evangelisten offen lässt. Glaubt man der kirchlichen Überlieferung, war Lukas ein echtes Multitalent: Neben seiner Tätigkeit als Autor soll er als  Arzt, Jurist und Maler tätig gewesen sein und überdies den Apostel Paulus auf seinen Missionsreisen begleitet haben.  Vor allem über seine Nähe zu Paulus wurde unter Historikern viel diskutiert. Heutige Wissenschaftler sind sich weitgehend sicher, dass der Autor des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte nicht mit dem Begleiter des Paulus  identisch gewesen sein kann. So sind seine Gebeine erst nach seinem Tod als Reliquien nach Europa gekommen: Teile davon befinden sich im Panteleimon-Kloster auf dem Berg Athos, im griechischen Theben, in Padua und in Prag.

Auf Spurensuche nach Lukas kann man sich auch in der Kunst begeben. In der christlichen Ikonographie ist der geflügelte Stier das Attribut und der ständige Begleiter des Evangelisten. Das Tier wird mit dem opfernden Zacharias im ersten Kapitel des Lukas-Evangeliums,  aber auch mit dem Opfertod Christi in Verbindung gebracht.

Am Lukastag, dem 18. Oktober, pflegten Landwirte einen besonderen Brauch: Dem Vieh gaben sie geweihte Zettel mit Versen aus dem Lukasevangelium zu fressen und erhofften sich davon Schutz vor Krankheiten.