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Kreuzerhöhung (14.9.)

Mit der Verehrung des Kreuzes Christi verbanden sich von Anfang an verschiedene Aspekte – zum Beispiel theologische Reflexion und Kontemplation, Wunderglaube und Segen.

Doch die Reformatoren – skeptisch gegenüber Heiligen- und Reliquienverehrung – hatten dafür nichts als Spott übrig. Aus den in aller Welt verbreiteten »originalen« Kreuzessplittern lasse sich ein ganzes Schiff bauen, wurde gespottet. Und überhaupt: Tote Materie könne nur ablenken vom lebendigen Gott.

Die erste Aussage lässt sich schnell als grobe Übertreibung identifizieren. Würde man alle Kreuzessplitter sammeln und wieder zusammensetzen, bekäme man wohl gerade mal den Querbalken des Kreuzes heraus. Über die zweite Aussage lässt sich dagegen trefflich theologisch debattieren. Anders als bei den Protestanten spielt das sinnlich Erfahrbare im Glauben der Katholiken und Orthodoxen eine größere Rolle. Wenn am Fest der Kreuzerhöhung, ebenso wie am Karfreitag, Kreuzesreliquien präsentiert (»erhöht«) und im Gebet verehrt werden, tritt nicht einfach totes Holz an die Stelle Gottes. Das Kreuz ist vielmehr das sichtbare Zeichen der Heilsbotschaft, dass Jesus Christus die Menschen durch seinen Tod mit Gott versöhnt hat.