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Sonntag Laetare (6. März)

Die Kirche in Rosa! Das gibt es nicht alle Tage. Doch am Sonntag Laetare sind der Altarbehang und der andere textile Schmuck im Kirchenraum tatsächlich rosa. Dieses Farbspiel hat seinen tieferen Sinn.

Laetare: Freue dich! – so ist dieser Sonntag überschrieben. Mitten in der Fastenzeit: Freue dich! Wie passt das zusammen? Der Sonntag Laetare markiert die Mitte der Passionszeit. Er ist gewissermaßen ein »Bergfest« in diesen langen sieben Wochen: Ostern ist in Sichtweite – man darf sich nun schon ein bisschen freuen auf das, was nach der Passionszeit und dem Karfreitag folgt. Darum wird das Lila als Farbe der Passionszeit durch das Weiß des Osterfests aufgehellt: Es entsteht Rosa.

Wie auch die anderen Sonntage in der Passionszeit hat der Sonntag Laetare seinen Namen vom Kehrvers des Wochenpsalms: »Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie traurig wart. Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum!« (Jesaja 66,10-11) An diesem Sonntag dürfen wir uns vergewissern lassen, dass nicht der Tod und das Leid das letzte Wort haben. Selbstreflexion, Suchen, Trauern – all das ist wichtig und hat in den Fastenwochen seine Zeit. Aber dies alles bliebe ohne Sinn, wenn nicht Gottes Sieg vom Ostertag die befreiende Antwort darauf gäbe. Laetare! Freue dich! Ostern ist nicht mehr weit.