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Mariä Himmelfahrt

Mariä Himmelfahrt ist nicht zu verwechseln mit Christi Himmelfahrt. Die lateinischen Begriffe verraten den Unterschied: Ascensio Christi bedeutet Auffahrt Christi in den Himmel und Assumptio Mariae heißt Aufnahme Mariens in den Himmel. Christus steigt selbst in den Himmel auf, während seine Mutter dort aufgenommen wird. Schon seit dem 5. Jahrhundert wird dieser Tag am 15. August gefeiert. In der Volksfrömmigkeit des Mittelalters gewann Maria noch einmal an Bedeutung: Sie galt als gütige Fürsprecherin vor Gott.

Als die katholische Kirche im 20. Jahrhundert an Einfluss verlor, erklärte Papst Pius XII. 1950 die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zu einer katholischen Glaubenswahrheit. Damit hoffte er, an alten Traditionen festhalten zu können, und betonte zudem den Unterschied zwischen den Konfessionen. Für viele in der Ökumene engagierte Christen war dieser Schritt eine Enttäuschung.

Wichtig an Pius’ Dogma ist die Betonung darauf, dass Maria ›leiblich‹ in den Himmel aufgenommen wurde. Während der Körper im Tod seine Bedeutung verliert, beschreibt der Leib den Menschen in seiner Ganzheit – mit allen Stärken, Schwächen und Beziehungen. Bei der Aufnahme in den Himmel wird dieser Leib vollendet. Das bedeutet, dass all unsere Eigenschaften und Beziehungen von Gott erlöst werden. Überall da, wo unser Bemühen nicht genug war, wo wir Fehler gemacht haben, wird Gott das wieder gutmachen. So ist Maria durch ihre leibliche Aufnahme in den Himmel die ›Ersterlöste‹. Dieses Versprechen der Erlösung gilt für jede und jeden. An diese Zusage Gottes, uns alle heil und ganz zu machen, erinnert uns Mariä Himmelfahrt. Maria durfte das bereits erfahren. Wir dürfen darauf hoffen.