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Weißer Sonntag

Ganz in Weiß! Nicht zufällig sind Brautkleider traditionell in Weiß gehalten. Weiß ist die Farbe des Lichts und der Reinheit. Wenn katholische Christen am ersten Sonntag nach Ostern den sogenannten Weißen Sonntag feiern, wird damit ganz bewusst an diese Botschaft angeknüpft: Mit Tod und Auferstehung hat Jesus Christus die Sünde von uns abgewaschen. Wir stehen rein da. Weiß ist das Taufkleid, und weiß ist Gewand, das jeder getaufte Christ tragen darf: die Albe (von lat. albus, weiß).

Früher fand die Taufe in der Osternacht statt; die ganze Woche danach bis zum Weißen Sonntag trugen die neu Getauften die weißen Gewänder als Zeichen des neuen Lebens. Weiß sind auch die Kleider, die die Kinder an diesem Sonntag beinahe überall in der katholischen Kirche zur Erstkommunion anziehen. Es ist ein Zeichen dafür, dass die jungen Christen durch die Taufe und Kommunion in enger Gemeinschaft mit Christus stehen: Sie sehen fast wie kleine Brautkleider aus.

An neues Leben erinnert auch der Name des Sonntags nach Ostern in der evangelischen Kirche, der nach dem Kehrvers des Eingangspsalms für diesen Sonntag benannt ist: »Quasimodogeniti« – »wie die neugeborenen Kinder«.