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Mein Sonntag

Sandskulpturenfestival im dänischen Sondervig

Sand. Überall Sand. In der Handtasche. In den Schuhen. Hinter den Ohren. In der Zahnbürste. Der Urlaub liegt bei mir nun schon über eine Woche zurück und trotzdem muss ich jeden Tag den Staubsauger rausholen. Aber ich ärgere mich nicht darüber, nein, im Gegenteil. Die kleinen, feinen Körnchen sind mir eine wunderbare Erinnerung. An die schönen Tage am Strand. Und zugleich mahnen sie mich sanft, dass ich mich auch im Alltag immer wieder erden muss. Im Urlaub war das herrlich einfach: Ich habe wie die Kinder am Strand Sandkuchen gebacken und Sandburgen gebaut. Ohne die Uhrzeit im Hinterkopf und ohne Gedanken an die nächste Sitzung oder den Einkaufszettel. Das Buddeln im Sand hat mich richtig geerdet. Wenn ich meine Füße fest in den Sand drückte, dann habe ich spüren können, wie mich die Erde trägt. Ein wundervolles Gefühl, das mich stark und ruhig macht. Ich habe es aus dem Urlaub mitnehmen können. Leider verblasst es meist ganz schnell. Doch wenn ich die kleinen Sandkörner aus dem Flur und aus dem Bett sauge, kommt genau dieses Gefühl wieder hoch. Ich will mich mit der Erde verbinden. Sie trägt mich. Jeden Tag aufs Neue, egal ob im Urlaub oder Zuhause.

Kirsten Westhuis