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Mein Sonntag

Möwen auf der Ostsee

Pfingstsonntag am Meer. Um zehn Uhr morgens sind die Strandkörbe noch leer, die Ostsee liegt ruhig und glänzend im Sonnenschein da. Möwen lassen sich vom Wasser tragen. Ich will wissen, wie kalt das Wasser ist und gehe bis zu den Knien hinein. Die Möwen lassen sich von mir nicht groß stören. Kaum sichtbar gleiten sie ein wenig weiter in Richtung offenes Meer. Wie einig sie sich sind, wie friedlich. Ich bleibe stehen, nehme einen tiefen Atemzug Meeresluft, spüre die Füße auf dem Sand, vom Wasser umspielt, die Sonne im Gesicht. Und möchte die ganze Welt umarmen. 

Wirklich? Die ganze Welt vielleicht doch nicht. Noch nicht einmal jeden Menschen. Während ich darüber nachdenke, verblasst mein innerer Frieden. Was ist mit den Mauern, die mich von anderen trennen? Manche selbst errichtet, andere ohne mein Zutun. Ich schaue aufs offene Meer. Wann wird eine schützende Grenze zu einer undurchdringlichen Mauer? Nachdenklich gehe ich über den Strand zurück. Ich nehme mir vor, diesen Moment in meiner Erinnerung zu bewahren – mit all seinen Fragen. Sie sind Türen zu anderen.

Sarah Seifert