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Mein Sonntag

Das Team von Andere Zeiten sitzt auf einem Balancierbalken auf einem Spielplatz  mit der Bergkulisse und der Zugspitze im Rücken.

Die Gondel ruckelt. Unter uns ist erst mal lange nichts… Ein bisschen mulmig ist uns schon. Trotzdem wagen wir vom Andere Zeiten-Team die Seilbahnfahrt auf den Wank, den Hausberg von Garmisch-Partenkirchen. Schließlich hätten wir um ein Haar unseren Urlaubs-Gottesdienst dort oben in 1780 Meter Höhe gefeiert, aber eben nur fast: Für den Abend ist Gewitter angesagt. Deshalb verlegen wir den Gottesdienst in die katholische Kirche im Tal.

Die Fahrt ist spannend. Überall gibt es etwas zu entdecken: Die Gebirgskette gegenüber, der Ort, der immer kleiner wird, die Ski-Schanze, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Die Zugspitze, die immer deutlicher zu sehen ist. Und direkt unter uns allerhand Flora und Fauna.

Nach 25 Minuten kommt die Gondel zum Stehen, wir sind da. Ein kühler Wind weht uns entgegen, vor uns breitet sich ein großes Plateau aus. Wir erkunden den Platz, an dem wir eigentlich Gottesdienst feiern wollten. Normalerweise schnattern und sabbeln wir viel – jetzt sind alle im Team erstaunlich still: Der atemberaubende Blick versetzt uns in andächtiges Schweigen. In manchen Gesichtern steht sogar ein bisschen Traurigkeit. Wie schade, dass wir den Gottesdienst nicht hier vor dieser mächtigen Bergkulisse feiern können!

Aber als am Abend die ersten Klänge der Musik die Kirche erfüllen, ist von Traurigkeit nichts mehr zu spüren. Fast alle der 500 Menschen, die gekommen sind, um gemeinsam mit uns Urlaubsgottesdienst zu feiern, waren tagsüber auf dem Wank gewesen. Und irgendwie sind im ganzen Kirchraum die Gefühle zu spüren, die sie vom Gipfel des Berges mit hinuntergebracht haben: die Ergriffenheit, die Feierlichkeit, die Faszination. Als Mose, Elia und Petrus (in Person des Andere Zeiten-Teams) erzählen, was für außergewöhnliche Erfahrungen sie hoch oben in den Bergen gemacht haben, kann die wohl jeder nachvollziehen – auch, dass Petrus das atemberaubende Geschehen am liebsten konservieren würde.

Später, in der Stille, suchen wir nach einem guten Ort in uns. Ein Ort, der uns hilft, wunderbare Erlebnisse in uns selbst weiterzutragen. Und ich spüre, dass das geht: dass ich die wohltuenden, besonderen, entspannten Momente und Erfahrungen des dreiwöchigen Urlaubs, den ich gerade hinter mir habe, wieder in mir aufrufen kann, weil ich sie im Herzen mit mir trage.   

Ulrike Berg