A-
A
A+
Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein gutes Benutzererlebnis bieten zu können. Wenn Sie unsere Dienste weiterhin nutzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Weitere Informationen VERSTANDEN!

Mein Sonntag

Eine Kerze leuchtet im Dunkel

»Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich: Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.« Wieder und wieder sangen wir am Sonntagabend diese Zeilen auf Spanisch im Taizégottesdienst: »Nada te turbe…basta.«

Basta – dieses Wort bedarf keiner Übersetzung ins Deutsche. Basta, ein Wort aus meiner Kindheit, bedeutete für mich: Ende der Diskussion, keine Widerrede, Punkt. Nachdem es gefallen war, hatte jedes Gespräch ein jähes Ende. Ich fühlte mich dann alleine gelassen mit meinen Sorgen, meiner Traurigkeit – und die Wut durfte sich nicht entladen. Stille folgte.

Nun sangen wir wieder und wieder. Nach jedem »Basta« folgte ein neuer Beginn, ein neues »Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich«. Bis das Lied irgendwann ausklang und endete – ganz zart und sanft. Ein zärtliches Basta. Ein Bekräftigen der Aussage: Wer Gott hat, dem fehlt nichts, Zweifel ausgeschlossen.

Das Osterlicht wurde von Kerze zu Kerze weitergereicht. Ich nahm mir vor, mich in der nahenden Fastenzeit genau daran zu erinnern: an diese Gemeinschaft; die Weitergabe des Lichts, die Gewissheit, dass nach jeder Einsamkeit, Trauer und Wut nicht Stille, sondern Licht folgen kann.

Wir verließen die Kirche mit brennenden Kerzen in den Händen. Für einen Moment sah es aus, als wären lauter Glühwürmchen in der Dunkelheit unterwegs. Nichts soll dich ängstigen oder beunruhigen…basta. So sei es!

Sarah Seifert