Die Blätter werden bunt und die Tage kürzer – da gibt es so zu erleben! Auf unserem Wimmelbild zum Herbst ist ganz schön viel los. Hier findest du die Geschichten zum Bild.
Wenn du das Wimmelbild noch nicht hast, kannst du es
Wohin zieht Mika den Erntedank-Wagen?
Uff, ist das schwer! Dicke Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel und eine große Erntekrone aus Getreide-Ähren liegen auf dem Holzwagen. Mika hat mitgeholfen, ihn für das Erntedankfest zu schmücken. Das war Anfang Oktober. Da gab es in der Kirche echte Strohballen zum Sitzen und ganz viel Obst und Gemüse als Dekoration. Draußen auf den Straßen ging das Fest weiter: Mikas Familie und die Nachbarn haben den Wagen mit der Erntekrone durch die Straßen gezogen. Erntedank wird schon sehr lange gefeiert: Menschen danken Gott dafür, dass Pflanzen gewachsen sind und es genug zum Essen gibt. Das ist in armen Ländern auf der Welt leider nicht selbstverständlich. Deswegen erinnert das Erntedankfest auch daran, dass wir Menschen alle zusammen auf einem Planeten leben und gut mit der Erde und den anderen Menschen umgehen sollten.
Martin verschenkt eine Jacke.
Den Mann mit seinem Hund hat Martin schon oft gesehen. Er hat keine Wohnung und lebt auf der Straße. Martin bringt ihm manchmal ein Brötchen vorbei oder ein bisschen Geld. Heute schenkt er dem Mann seine alte Winterjacke, damit er nicht frieren muss. Er selbst hat genug Kleidung zuhause im Schrank und der Mann hat gar nichts – da möchte Martin gerne helfen. Er findet es wichtig, mit anderen zu teilen. Das hat sein Vorbild Sankt Martin vor langer Zeit auch schon gemacht. Sankt Martin war ein Soldat. Über ihn wird erzählt, dass er einmal, mitten im Winter, als es eiskalt war, seinen warmen Soldatenmantel mit seinem Schwert durchgeschnitten und die eine Hälfte einem Bettler am Stadttor gegeben hat. Nachts hat er dann von Jesus geträumt. Jesus hatte den halben Mantel umgewickelt. Da wurde Martin klar, dass er gerne Christ sein möchte. Er hörte auf, als Soldat zu kämpfen und begann, Gutes für andere Menschen zu tun. Später wurde er ein berühmter Bischof. Teilen und die Welt für andere Menschen ein bisschen heller machen – darin ist der Heilige Martin bis heute ein Vorbild für uns und deswegen feiern wir auch den Martinstag am 11. November. Dazu gibt es viele unterschiedliche Bräuche, wie zum Beispiel Martinsumzüge mit Laternen und einem verkleideten Martin auf einem echten Pferd, das Martinssingen oder auch das Martingsgansessen (das mögen die Gänse nicht so sehr … entdeckst du eine Gans auf deinem Wimmelbild?).
Mia schaut nach: Brennt die Kerze auf Omas Grabstein noch?
Letztes Jahr ist Mias Oma gestorben. Das war sehr traurig, weil Mia sie so lieb hatte. Es fühlt sich manchmal immer noch seltsam an, dass Oma nicht mehr da ist. Mia vermisst sie. Wenn sie zum Grab geht, hat sie das Gefühl, dass sie Oma dort ein bisschen näher sein kann. Mia mag es, das Grablicht anzuzünden und manchmal redet sie auch leise mit Oma. Das hat Oma auch immer gemacht, wenn sie das Grab von Opa besucht hat, der schon gestorben ist, als Mia noch ein Baby war. »Der ist im Himmel bei Gott«, hat Oma immer gesagt. Ob Oma da jetzt auch ist? Und ob sie hören kann, wenn Mia mit ihr redet? Auf jeden Fall fühlt es sich gut an, findet Mia.
Wie viele Laternen findest du auf dem Bild?
»Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir«, hallt lauter Gesang durch die Gassen. 15 Laternen leuchten beim Laternenumzug. Es gibt runde Laternen, eckige, Sterne und Dino-Laternen. Hast du auch schon mal eine Laterne gebastelt? Es macht Spaß, bei einem Laternenumzug oder bei einem Martinszug mitzugehen und mit vielen anderen Menschen zusammen Lieder zu singen. Die Laternenumzüge finden immer im Herbst statt, wenn es abends früh dunkel wird. Es ist schön, Licht und Gesang in die Welt zu tragen und sie damit etwas heller und fröhlicher zu machen. Mit Martinsumzügen wird an den heiligen Martin erinnert, dem das Teilen und die Nächstenliebe ganz wichtig waren. Welches Laternenlied singst du am liebsten?
Hoffentlich ist Nadir bald wieder gesund.
Nadir wollte so gerne beim Laternenumzug mitgehen, aber er liegt schon seit vorgestern krank im Bett. Papa hat gerade nochmal Fieber gemessen: Immer noch zu hoch. Nadir fühlt sich schlapp und weiß gar nicht genau, was mit ihm los ist. Er hat keinen Hunger und mit seiner Ritterburg mag er auch nicht spielen. Ob das bald wieder weg geht? Es ist schön, dass Papa jetzt an seinem Bett sitzt.
Was ist an den beiden Kirchentüren los?
An der Eingangstür zur Kirche hängt ein Mönch gerade ein Plakat auf. Auch von dem Mönch Martin Luther wird erzählt, dass er am 31. Oktober 1517 ein Papier an eine Kirchentür genagelt haben soll. Das war im Mittelalter. Martin Luther hat in 95 Sätzen aufgeschrieben, was er an der damaligen Kirche nicht gut fand. Es gab danach richtig viel Streit und sogar Krieg wegen dieser Sätze von Martin Luther. Er wollte vieles anders machen und reformieren, also neu machen. Das hat mächtigen Männern in der damaligen Kirche nicht gefallen. So trennt sich die Kirche in zwei Teile – seitdem gibt es die Unterscheidung in katholisch und evangelisch. Lange Zeit wollten katholische und evangelische Christen wenig miteinander zu tun haben. Zum Glück ist das heute nicht mehr so. Deswegen ist auf dem Plakat, das der Mönch gerade an die Kirchentür klebt, eine Einladung zu einem Gesprächsabend in der Kirche, zu dem jede und jeder kommen darf. Da sprechen alle über ihren Glauben und das, was sie miteinander verbindet.
Aus der anderen Kirchentür kommen gerade ein katholischer Priester und eine Messdienerin, die ein Weihrauchfass trägt. Sie gehen auf den Friedhof, um dort die Gräber zu segnen. Das machen katholische Christen immer Anfang November, wenn die Feste Allerheiligen und Allerseelen gefeiert werden. Der November ist der Monat, in dem alle Christinnen und Christen ganz besonders an die Menschen denken, die schon gestorben sind. Sie stellen Kerzen auf die Gräber, weil das Licht ein Zeichen für Hoffnung ist und zeigen soll, dass der Tod nicht das Ende ist. Christen glauben an die Auferstehung. Das bedeutet, dass sie nach dem Tod bei Gott im Himmel sind.
In der englischen Sprache heißt der Abend vor Allerheiligen »All Hallows Eve« - daraus wurde im Laufe der Zeit Halloween. Sicher kennst du auch Kinder, die zu Halloween am 31. Oktober verkleidet durch die Straßen ziehen.
Wohnt ein Engel im Nachbarhaus?
Engel wohnen doch nicht in Häusern! Oder vielleicht doch? Hier sieht es ein bisschen so aus, als würde ein Engel im ersten Stock darauf achten, dass den Handwerkern auf dem Dach nichts passiert. Die passen natürlich auch selber gut auf sich auf und haben die Sicherheitsgurte am Schornstein befestigt, damit sie nicht herunterfallen können. Aber ganz oft gibt es im Leben Situationen, in denen man nicht alles absichern oder planen kann. Das gehört zum Leben dazu, dass wir nicht vorher wissen, was passiert. Engel sind Boten von Gott. Wenn wir uns einen Schutzengel wünschen oder darum bitten, dass Engel jemanden begleiten und beschützen mögen, dann bedeutet das, dass wir Gott bitten, dass er uns beschützt und uns Kraft schenkt. »Du bist ein Engel«, sagt Herr Schneider zu Moni, als sie ihm den Teller mit der dampfenden Suppe durch das Fenster reicht. Moni hilft als Freiwillige bei der Suppenküche mit. Dort bekommen Menschen, die wenig Geld haben, eine warme Mahlzeit. Außerdem ein freundliches Wort oder ein Lächeln von Moni und den anderen Helfern. Das tut gut, nicht nur dem Bauch bei Hunger, sondern auch der Seele. Deswegen nennt man Menschen, die für andere etwas Gutes tun, manchmal auch liebevoll einen Engel.
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