A-
A
A+
Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein gutes Benutzererlebnis bieten zu können. Wenn Sie unsere Dienste weiterhin nutzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Weitere Informationen VERSTANDEN!

Mein Sonntag

Der golden angemalte Findling im Sonnenlicht

Wenn ich nicht so glücklich und entspannt gewesen wäre, hätte ich mich in den Weihnachtsferien an der Nordsee sehr geärgert! Da bin ich mal für ein paar Tage nicht in Hamburg – und gerade dann passiert etwas Spektakuläres gleich vor der Haustür. Unser »Alter Schwede«, ein 217 Tonnen schwerer und 400 000 Jahre alter Stein am Elbufer, wird in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vergoldet. Bis jetzt nicht näher bekannte Künstler verwandelten diesen ältesten Großfindling Deutschlands, der 1999 zufällig bei Elbvertiefungsarbeiten ausgegraben wurde, in ein riesiges Goldnugget. (Ironischerweise am gleichen Tag, als Franck Ribérys Gold-Steak die Medienrunde machte.)

Da aber der Granitriese aus der Elster-Steinzeit immer mal wieder von Sprayern traktiert wurde, versah ihn die Behörde schon vor einiger Zeit mit einem Schutzlack gegen Graffiti. Der sorgte nun dafür, dass der strahlende Goldbezug an den Regentagen Anfang Januar schnell seinen Glanz verlor.

Umso erstaunter war ich, als ich ihn gestern zum ersten Mal nach der Aktion in der Morgensonne sah. Wie er immer noch strahlte! Ich konnte mich gar nicht satt sehen an seinem Glanz. Ich hoffe, dass er noch lange so bleibt – und mich jeden Morgen an den Zauber der Weihnachtszeit erinnert.

Frank Hofmann