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Mein Sonntag

Die Kieler Woche ist eines der größten Segelsportereignisse der Welt. Kern der Veranstaltung sind eigentlich die Segelregatten, aber die finden weit draußen statt. Zuschauen kann nur, wer mit dem Boot rausfährt oder eine Regattabegleitfahrt bucht. Während die Sportler in der Außenförde ihre Rennen austragen, tobt in der Stadt ein riesiges Volksfest. Die Kieler selbst bilden in dieser einen Woche Ende Juni zwei Lager: Die Einen sagen „endlich mal was los in Kiel“, die Anderen stöhnen über den Lärm, die Menschenmassen und das Verkehrschaos. Aber ein Ereignis der Kieler Woche lässt sich kaum jemand entgehen: die Windjammerparade am vorletzten Kieler-Woche-Tag. Die Parade ist die Verabschiedung der Großsegler und Traditionsschiffe, die aus aller Welt für eine Woche in Kiel zu Besuch waren. Begleitet werden sie von vielen kleineren Traditionsschiffen und hunderten von Seglern und Sportbooten – und wir mittendrin!

Um Punkt 11 Uhr sind wir mit unserem Segelboot und reichlich Freunden an Bord direkt an der Seite des diesjährigen Führungsschiffes, der Mir. Es ist traumhaftes Wetter, die „Großen“ haben zumindest einige Segel gesetzt und gleiten majestätisch Richtung Kiel Leuchtfeuer. Von dort verstreuen sie sich in alle Richtungen mit Kurs auf ihren Heimathafen. Na ja, um ehrlich zu sein: Das tun nicht alle. Viele drehen am Leuchtfeuer um und machen wieder in Kiel fest, weil sie noch bis zum Abschlussfeuerwerk bleiben möchten – aber die Geste zählt: Die Gastgeber bereiten ihren Gästen einen würdigen Abschied. Begleiten sie das erste Stück des Wegs, fahren mit ihnen Seite an Seite, wünschen ihnen mit lautem Tuten und Winken Segen für ihre Reise.

Während die ersten weißen Segel am Horizont verschwinden, denke ich auch an Freunde und Kollegen, die derzeit aufbrechen in den Urlaub. Im Andere-Zeiten-Haus wird es jetzt ruhiger und auch die Telefone klingeln nicht mehr so oft – nach und nach gehen nun alle Bundesländer in die Sommerferien. Die Zeit der Ruhe und der Erholung beginnt. Und so begleiten meine guten Wünsche nicht nur die Windjammer, sondern alle Menschen, die in diesen Tagen auf Reisen gehen. Gottes Segen für den Urlaub und kommt gesund zurück!

Ulrike Berg