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Urlaubszeit

»Du sollst die Urlaubszeit heiligen«? – Im dritten Gebot ist nur vom Feiertag die Rede. Doch sind wir überzeugt davon, dass die Unterbrechung von  Arbeit und Alltag durch Ruhe- und Erholungsphasen für unseren Lebensrhythmus wichtig und wohltuend ist. Schließlich ruhte auch Gott am 7. Tag, nachdem er die Welt erschaffen hatte. Und nicht zufällig ist »Unterbrechung« die kürzeste Definition von Religion. Als heilsame Unterbrechung sehen wir von Andere Zeiten daher neben den Feiertagen auch die Zeiten von Urlaub und Re-Kreation. Damit wird die göttliche Empfehlung aufgenommen, ein Siebtel der Arbeitszeit der Ruhe und Erholung zu widmen (2. Mose 23,10f.).

Kaum ein anderes Wort zaubert mehr Bilder in unsere Vorstellung, als Urlaub: Wir denken an Strand und Meer, Bergluft und Naturidyllen, faszinierende Städte, Muße und Familienglück. Allerdings brechen im Urlaub oft auch existenzielle Themen auf, wie die Seelsorger in den Feriengebieten wissen. Denn im Urlaub kann es auch Reisestress, Streitereien oder Langeweile geben. Es stellen sich Fragen nach Sinn und Werten, nach Vergangenem und Zukünftigem. Wer sich auf die unterschiedlichen Phasen der Ferienzeit – von der Vorfreude über das Ankommen, Durchatmen und Genießen bis zum Abschiednehmen und Nachspüren – bewusst einlässt, hat die Chance, im Urlaub nicht nur Sinnenfreude, sondern auch Besinnung zu erleben.