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Allerheiligen

Weil es mehr Heilige gibt als das Jahr Tage hat, entstand um 600 eine Art Sammelgedenktag: Allerheiligen. Anfangs galt das Fest vor allem Märtyrern, die sterben mussten, weil sie zu ihren Glauben standen. Später kamen weitere Christinnen und Christen hinzu, die von der römisch-katholischen Kirche offiziell heilig gesprochen wurden – Antonius von Padua, Elisabeth von Thüringen oder Franz von Assisi. Mittlerweile sind mehrere Tausende Heilige in Verzeichnissen aufgeführt. Aber auch all jene, um deren Heiligkeit allein Gott weiß, werden an jedem 1. November geehrt und besungen. Zum Beispiel mit den Zeilen, die auf das englische Prozessionslied »For all the Saints« zurückgehen:

Mit allen Heil'gen beten wir dich an. / Sie gingen auf dem Glaubensweg voran/
und ruhn in dir, der unsern Sieg gewann. / Halleluja, Halleluja!

Im evangelischen Festkalender ist nicht von Allerheiligen, sondern vom »Gedenktag der Heiligen« die Rede. Martin Luther lehnte die populären Heiligenanbetungen und Reliquienverehrungen ab, weil die Bibel allein von Christus als Fürbitter bei Gott spreche. Er ermunterte die Gläubigen jedoch, in den Heiligen ein Vorbild für das eigene Leben zu sehen. Das lag auch dem humanistischen Theologen Erasmus von Rotterdam am Herzen, der mahnte: »Du verehrst die Heiligen, du freust dich, ihre Reliquien zu berühren. Doch du verachtest das Beste, was sie überliefert haben: das Beispiel des reinen Lebens.«

Wenn manche heute von Martin Luther King oder Mutter Teresa als Heilige sprechen, dann deshalb, weil sie ihr Leben in beeindruckender Weise ihren Mitmenschen widmeten und dabei mit vollen Händen aus dem Glauben schöpften.