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Buß- und Bettag

Ein ganzes Volk geht in Sack und Asche, fastet, betet und bereut: In der Antike und im Mittelalter war das nichts Besonderes. In Notzeiten ordnete der Staat Bußtage an. Kriege, Hungersnöte oder Seuchen galten als Strafe Gottes, den man durch öffentliche Schuldbekenntnisse gnädig stimmen wollte. Besonders während des Dreißigjährigen Krieges nahmen die Bußtage rapide zu. Als es gegen Ende des 19. Jahrhunderts schließlich 47 regional unterschiedliche Bußtage gab, einigte man sich auf den heutigen Buß- und Bettag: Er wird am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag begangen, dieses Jahr am 20. November.

Auch wenn er seit 1995 außer in Sachsen nicht mehr arbeitsfrei ist, bleibt er ein Tag des Innehaltens, des Gedenkens an individuelle und gesellschaftliche Irrtümer. »Wie man beten soll, das steht in der Bibel«, sagte der evangelische Theologe Karl Barth. »Was man beten soll, das steht in der Zeitung.« Deshalb stehen an diesem Tag in vielen - vor allem evangelischen – Gottesdiensten Themen wie Flüchtlingshilfe, Arbeitslosigkeit oder Klimaschutz im Mittelpunkt. Neben der Bitte um Vergebung geht es dabei immer auch um die Sehnsucht nach einem neuen Anfang und nach einer Umkehr zu Gott – denn das bedeutet das Wort »Buße«.