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Christi Himmelfahrt

Der angeblich letzte Fußabdruck Jesu ist auf dem Jerusalemer Ölberg zu sehen. In einem von der Zeit blankpolierten Stein, der in den Boden eingefasst ist, findet man eine fast unscheinbare kleine Delle. Schon früh wurde eine Kapelle über dem heiligen Ort errichtet. Von hier aus soll Jesus in den Himmel gefahren sein. Mit diesem dramatischen Höhepunkt beginnt die Apostelgeschichte in der Bibel. Nachdem der Auferstandene noch einmal 40 Tage mit seinen Jüngern zusammen gewesen war, gab er ihnen letzten Zuspruch – »darauf wurde er zusehends aufgehoben und eine Wolke führte ihn vor ihren Augen weg«.

Das ist schwer vorstellbar. Schon im Mittelalter gab es darum Bräuche, die das Geschehen greifbar, begreifbar machen sollten. So wurden etwa Christusstatuen durch Luken im Kirchendach nach oben gezogen; danach ließ man es Oblaten regnen: Christus sei ja nun im Abendmahl gegenwärtig, sollte die Botschaft lauten.  

Zwar konnten derlei Spektakel nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine räumliche Entrückung Jesu eher nach Legende klingt als nach einem Tatsachenbericht. Doch bergen sie eine tiefe Glaubenswahrheit. Hinter der Inszenierung steht die Überzeugung, dass Jesus »im Himmel« fortlebt, das heißt, in der unsichtbaren, göttlichen Sphäre, die jenseits der sichtbaren Welt existiert und doch gleichzeitig in ihr wirksam ist.

Heute feiern viele Gemeinden Gottesdienste unter freiem Himmel. In der katholischen Kirche gibt es Himmelfahrtsprozessionen. Manche Deutungen sehen darin den Ursprung der Ausflüge am Vatertag, den es seit Anfang der 1930er-Jahre am selben Termin gibt. Einen Zusammenhang mit dem christlichen Feiertag Himmelfahrt hat er aber nicht.