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Dominikustag

Was haben der Mystiker Meister Eckhart, der Maler Fra Angelico und der Philosoph und Theologe Thomas von Aquin gemeinsam? Sie gehörten alle drei dem Predigerorden der Dominikaner an, der auf den heiligen Dominikus zurückgeht.

Dominikus wurde 1170 in Nordspanien geboren und machte sich das Studieren, Diskutieren, Predigen und Verteidigen der Wahrheit zur Lebensaufgabe. Er war überzeugt, dass Gewalt der falsche Weg war, um Menschen vom Glauben zu überzeugen. Bildung, Seelsorge und Predigen gingen ihm über alles. Weil viele Menschen zu seiner Zeit begannen, Kleriker aufgrund ihres irdischen Reichtums unglaubwürdig zu finden, vertrat er ein strenges Ethos: Materielle Besitzlosigkeit und örtliche Ungebundenheit gehörten zu den Grundsätzen des von ihm gegründeten Ordens. Dominikus starb 1221 in Bologna.

Von seiner Gründung und bis heute ist der Orden basisdemokratisch verfasst: die Oberen werden auf Zeit gewählt; über wichtige Entscheidungen wird  von den Brüdern abgestimmt. Die Dominikaner haben die theologische Wissenschaft vorangetrieben und in Europa große Missionserfolge erzielt. Kritisch wird hingegen – auch vom Orden selbst – die Rolle der Dominikaner in der Inquisition bewertet: Der Orden bildete im 13. Jahrhundert in päpstlichem Auftrag Inquisitoren aus, um Häretiker zu verfolgen. Heute setzen sich die Dominikaner besonders für Gerechtigkeit in unserer Welt ein und benutzen auch moderne soziale Medien für die Verkündigung des Wortes Gottes.