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Barnérias: Bonjour, la vie

Fotos der Autorin auf gelbem Hintergrund: das Cover des Buches Bonjour, la vie

Marine Barnérias ist 21 Jahre alt, als sie plötzlich nicht mehr richtig sehen kann. Ausgerechnet während eines Sportfestes bemerkt sie, dass sich ein Nebel vor ihren Blick legt – und auch nicht mehr weggeht, egal wie oft sie sich die Augen reibt. Zwei Wochen später weiß die junge Französin, die in einer fröhlichen WG in Marseille lebt, was mit ihr los ist: Sie hat MS, Multiple Sklerose. In den nächsten Wochen pendelt die Studentin von Neurologe zu Neurologin, der eine empfiehlt diese Behandlung, die nächste jene. Im Internet liest sie furchtbare Geschichten über ihre Krankheit.

Aber gleichzeitig nimmt Marine Barnérias, zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit, eine innere Stimme war. Sie wird immer lauter und rät ihr etwas ganz Anderes: »Glaub’ an dich und deinen Körper, ans Leben!« Marine macht ihre Geschichte via Facebook öffentlich und startet ein Crowdfunding. Nach drei Wochen hat sie 13 000 Euro zusammen, überwiesen von Freunden, der Familie und wildfremden Menschen. Sie macht sich auf ans andere Ende der Welt, will alleine Neuseeland, Myanmar und die Mongolei erwandern.

Frisch und unkompliziert beschreibt sie auf über 450 Seiten all die exotischen Orte, die sie auf ihrer siebenmonatigen Reise gesehen hat, und all die besonderen Menschen, denen sie näherkam. Vom Trampen durch die Steppe bis zum Retreat im Kloster ist an Erfahrungen alles dabei. Es gibt Rückschläge und Phasen der Angst vor einem neuen MS-Schub, aber über allem steht, dass Marine neues Vertrauen findet, den festen Glauben gewinnt, dass ihr Leben gut ist, trotz und mit der Krankheit. »Ich habe meine Krankheit Rosy getauft«, schreibt sie, »Dieses kleine Wort mit vier Buchstaben steht für Liebe und Frieden, ganz anders als Sklerose. Mir ist klar, dass ich ohne diese Rosy ernsthaft am Leben vorbeigelebt hätte.«

Marine Barnérias: Bonjour, la vie – Aufgeben gilt nicht. Knesebeck 2019. 22 Euro.