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Bingel/Schedlowski/Kessler: Placebo 2.0

Pulver in Regebogenfarben auf blauem Grund: das Cover des Buches Placebo 2.0

Heilung hatte schon immer auch etwas mit Vertrauen und Erwartung zu tun: »Bis vor rund hundert Jahren hatten wir überwiegend Placebomedizin«, sagt die Schmerzforscherin Ulrike Bingel. Sie ist Professorin für Klinische Neurowissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Mit ihren Forschungen konnte sie nachweisen, dass sich die Hirnaktivität während der Placeboanalgesie – also der Schmerzlinderung durch positive Erwartung – tatsächlich verändert.

Doch noch wird dem Placeboeffekt zu wenig zugetraut. Er wird gemeinhin als »Einbildung« geringgeschätzt. Dass dafür kein Grund besteht, belegen Bingel und ihr Kollege Manfred Schedlowski, Professor für Klinische Psychologie in Essen, mit dem Buch »Placebo 2.0 – Die Macht der Erwartung«. Das für Laien von Wissenschaftsjournalistin Helga Kessler leicht verständliche aufbereitete Werk stellt die wichtigsten Einsatzfelder des Effekts vor und lässt die weltweit renommiertesten Placebo-Forscher*innen zu Wort kommen.

Denn auch auf anderen Feldern des Lebens zeigt sich Wirkmacht des Glaubens und der positiven Erwartung: etwa dem Sport, der Pädagogik, dem Marketing und der Kunst. Eine lohnenswerte Lektüre und gute Argumentationshilfe für alle, die auf die evidenzbasierte Medizin setzen und zugleich neugierig sind auf das Mehr, das es für eine Heilung, die Linderung von Schmerzen oder den Schulerfolg braucht.

Ulrike Bingel/Manfred Schedlowski/Helga Kessler: Placebo 2.0 – Die Macht der Erwartung. rüffer & rub Sachbuchverlag 2019. 33,50 Euro.