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Thema »Lyrik - Gedichte - Aphorismen.......«

Lyrik - Gedichte - Aphorismen.......

28.02.2020 21:13
Lichtblick

 


Gerne möchte ich einen Lyrikpfad eröffnen.

Mascha Kaléko. Rezept.

Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
geht es um dich oder ihn.
Dein eignen Schatten nimm
zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruss mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiss deine Pläne. Sei klug
und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.


Eine gesegnete Fastenzeit wünscht
Lichtblick


 

25.03.2020 10:14
Lara

 

Liebe Lichtblick,
danke für das Gedicht con Hilde Domin. Es trifft mitten in mein Herz.

Bleibt alle behütet.

 

....mitten ins Herz

25.03.2020 10:57
Lichtblick

 

Liebe Lichtblick,
danke für das Gedicht con Hilde Domin. Es trifft mitten in mein Herz.

Bleibt alle behütet.




Liebe Lara,
dieses Gedicht wurde von einem Pastor im Gottesdienst vorgetragen.
Live aufgezeichnet - ohne Gemeinde - und zu Herz gehende Musik gibt es auch dazu. Wenn du Interesse hast, kann ich sie dir gerne zusenden.

Bleib gesund und behütet
Lichtblick

 

Gefährliches Zeitalter

25.03.2020 15:15
Herbstwind

 

Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch
beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst
zu beherrschen. Albert Schweitzer

 

Bitte

25.03.2020 19:18
Juliane

 


Schick mir keinen Engel
der alle Dunkelheit bannt
aber einen
der mir
ein Licht anzündet

Schick mir keinen Engel
der alle Antworten kennt
aber einen
der mit mir
die Fragen aushält

Schick mir keinen Engel
der allen Schmerz wegzaubert
aber einen
der mit mir
Leiden aushält

Schick mir keinen Engel
der mich über die Schwelle trägt
aber einen
der in dunkler Stunde
noch flüstert
Fürchte dich nicht.

Elisabeth Bernet

 

25.03.2020 22:38
Lara

 




Liebe Lara,
dieses Gedicht wurde von einem Pastor im Gottesdienst vorgetragen.
Live aufgezeichnet - ohne Gemeinde - und zu Herz gehende Musik gibt es auch dazu. Wenn du Interesse hast, kann ich sie dir gerne zusenden.

Bleib gesund und behütet
Lichtblick


Ja, liebe Lichtblick, da habe ich Interesse.

 

26.03.2020 07:08
Lichtblick

 




Liebe Lara,
dieses Gedicht wurde von einem Pastor im Gottesdienst vorgetragen.
Live aufgezeichnet - ohne Gemeinde - und zu Herz gehende Musik gibt es auch dazu. Wenn du Interesse hast, kann ich sie dir gerne zusenden.

Bleib gesund und behütet
Lichtblick


Ja, liebe Lichtblick, da habe ich Interesse.


Guten Morgen liebe Lara,
es folgt ein link der besagten Kirche und ich hoffe du kannst ihn öffnen:
www.facebook.com/kircheAmMeerSchillig/

Bleib gesund und behütet
Lichtblick

 

Einwilligung......

28.03.2020 10:08
Lichtblick

 


Einwilligung

Der Trost hat mich gefragt,
ob ich bereit bin,
durch den Schmerz hindurchzugehen,
anstatt ihn zu umkreisen,
und ob ich meinen Finger
so lange in die Wunde lege,
bis ich das Unversehrte darin fühlen kann.

Er hat mich gefragt,
ob ich mich halten lassen werde
von Armen, die nichts je wieder
in Ordnung bringen,
und ob ich schweigen kann,




bis irgendwann wie warmer Atem
ein gutes Wort mich streift.

Er hat mich gefragt,
ob ich mich bücken werde
zur kleinen blauen Blüte am Wegesrand,
ob ich Kirschen von den höchsten Ästen pflücke
und ob ich es ertragen kann,
wenn mich am Abend
ein Glück ganz ohne Grund befällt.

Er hat mich gefragt,
ob ich erahne, dass ich auf nichts ein Anrecht habe,
auch nicht auf die Untröstlichkeit,
weil sich in jedem Augenblick
das Leben selbst an mich verschenkt,
ohne zu zögern und ohne Maß.

Wie eine, die noch in die Weite
dieses Wortes wachsen muss,
sagte ich Ja.

(aus Giannina Wedde "Es wächst ein Licht in deinem Fehlen"; Vier Türme 2019.

Bleibt gesund und behütet
Lichtblick

 

Nur eine Rose als Stütze

28.03.2020 10:44
Üdrilla

 

Nur eine Rose als Stütze Hilde Domin

Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft
unter den Akrobaten und Vögeln:
mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweiges.

Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehn.

Ich schließe die Augenund hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.
Ich will den Sand unter den kleinen Hufen spüren
und das Klicken des Riegels hören,
der die Stalltür am Abend schließt.

Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.


aus: Hilde Domin: Gesammelte Gedichte. S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1997, S.113

 

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