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. . . in unserem Fastenforum. Üblicherweise bleibt es bis Ostersonntag geöffnet und bietet Raum für Ihre  Gedanken zur Fastenzeit. Doch in diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie vieles anders: In Zeiten, wo der persönliche Kontakt sehr eingeschränkt ist, möchten wir den Austausch hier so lange ermöglichen, bis das öffentliche Leben wieder aufgenommen werden kann. Wir vom Andere Zeiten-Team freuen uns auf Ihre Beiträge und einen anregenden Austausch!

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Thema »Die Welt wird nicht mehr sein wie vorher«

Die Welt wird nicht mehr sein wie vorher

24.03.2020 07:25
Blumenwiese

 

Die Welt wird nicht mehr so sein wie vorher ... prognostizieren die Zukunftsforscher. In welche Richtung werden wir uns verändern?
Ich habe das Empfinden, so viel wird sich nicht verändert haben.

Ja, "Selbstwirksamkeit" ist wichtig, um sich nicht als Opfer einer Situation zu fühlen. Und ja, wir haben gelernt nach dem Nachbarn zu schauen (und hamstern gleichzeitig Klopapier, um unser Leben zu retten).

Doch ist nicht das geblieben, was uns die letzten Jahrzehnte immer mehr prägte: der Glaube in die Machbarkeit durch den Menschen. Vom Gesundbleiben durch das Abarbeiten einer Fitnessapp bis zu dem Glauben an den Virologen. Wenn uns einer retten kann, dann er, der einen Impfstoff gegen diese Seuche entwickelt.

Waren bei der Wiedervereinigung Deutschlands die Kirchen noch voll, hoffen wir heute, dass wir es schaffen, weil es die Wirtschaft schafft, das Gesundheitssystem, ...

Und sollten wir es schaffen - wem geben wir unseren Dank? Uns?

Die Welt wird nicht so bleiben, wie es war!?

Liebe Grüße
Blumenwiese

 

Vereinbarkeit Familie, Beruf und Corona

25.03.2020 20:24
Leila

 


Unter den zahlreichen "zwischenmenschlichen" Themen, die zur Zeit einer Betrachtung würdig sind, möchte ich gerne eines herausgreifen, das mir besonders am Herzen liegt: Das Leben der Familien mit ihren Kindern in Zeiten der Corona-Krise.
Welch' eine gewaltige Anstrengung momentan für Eltern!!!

In der Regel sind beide Elternteile berufstätig und nun im Homeoffice. Dazu kommt "gleichzeitig" die Aufgabe der Kinderbetreuung, bei Schulkindern sogar mit Übernahme von Lehrertätigkeit (Mithilfe, den aufgetragenen Lernstoff zu lenken). Die jüngeren Kinder müssen beschäftigt und beaufsichtigt werden beim Spielen, Malen, Kleben usw. Daneben fallen selbstverständliche Tätigkeiten wie Essen kochen, Wäsche waschen, Wohnung putzen an. Bitte Homeoffice nicht aus den Augen verlieren, auch dafür gibt es feste Präsenzzeiten. Nicht zu vergessen: Unser aller Bewegungsradius ist eingeschränkt ... bei Strafe verboten! Kinder brauchen viel Bewegung! Und nicht jede Familie verfügt über einen Garten. Spielplätze, sog. Spielburgen mit den herrlich bunten Bällebädern , Sportanlagen, Hallenbäder, Büchereien ... alles geschlossen!!!
Deshalb von mir: Ein dickes LOB an die vielen Familien, die momentan ordentlich zu stemmen haben!!! <3 <3 <3

Jetzt komme ich zum Ausgangsimpuls, dass nach Corona die Welt nicht mehr so sein wird wie vorher zurück und stelle eine Gegenfrage: Wie werden sich Erzieher*innen und Lehrer*innen verhalten, wenn der "Normalbetrieb" wieder einsetzt? Werden sie die psychische Ausnahmesituation, in der die Kinder über Wochen waren, berücksichtigen (können/dürfen)?
Ich hoffe auf ganz viel Verständnis, Nachsicht, Empathie, Flexibilität und nicht zuletzt auf *Leichtigkeit* im sozialen Miteinander.
Nicht alles so schwer und bierernst nehmen, sondern Freude und Dankbarkeit zeigen, wenn die Krise hoffentlich bald vorbei ist.


Herzlichen Dank! Das hat mir gerade unheimlich gut getan zu lesen. Ich betreue gerade neben meinem Vollzeitjob meine beiden Grundschüler Zuhause - ohne den notwendigen Sport. Ich bin kurz vor dem Zusammenbruch. Es ist einfach nicht "gut" hinzugekommen und ich habe immer ein schlechtes Gewissen - vor allem gegenüber den Kindern. Ich treibe sie zu ihren Hausaufgaben und dann erwarte ich, dass sie mich arbeiten lassen.
Ich will ZEIT mit ihnen haben, um zu spielen, mich zu unterhalten, sie zu erziehen, stattdessen müssen wir alle gerade "funktionieren". Ich bin ausgelaugt und traurig und habe Sorge, dass eben nicht wirklich Rücksicht auf diese verrückte Sitz und die sehr verschiedenen Erwerbstätigkeiten der Eltern genommen wird, wenn der Wahnsinn vorbei ist - zumal es um uns herum sehr viele "Hausfrauen -Mütter" gibt. (Die es jetzt unbestritten auch schwer haben! Aber habe gerade einfach nicht die Zeit, auf den Biorhythmus meiner Kinder bei den Lernzeit zu achten. Ich habe feste Arbeitszeiten!)

 

Vereinbarkeit Familie, Beruf und Corona

25.03.2020 20:56
Lectrice

 

Liebe Leila,
ich schreibe aus Oma-Perspektive, kann dich jedoch sehr gut verstehen, weil ich diese Situation auch von meiner Tochter und den Töchtern meiner Freundin kenne. Ja, es ist ungeheuer viel zu bewältigen und der Familienfrieden soll auch noch aufrechterhalten werden. Eigentlich bin ich nicht für den Medienkonsum bei Klein- und Grundschulkindern, aber momentan würde ich sie Kika, die Sendung mit der Maus u.ä. gucken lassen, damit du dir eine Verschnaufpause gönnen kannst. Du darfst dich ja nicht komplett auspowern und ausfallen, abgesehen davon, dass Stress das Immunsystem schwächt.
Alles Gute für dich und deine Kinder in dieser schwierigen Zeit!
Bleibe gesund!
Lieben Abendgruß,
Lectrice

 

26.03.2020 06:00
Leila

 

Vielen Dank, liebe Lectrice! Es tut gut "gesehen" zu werden. Dir und deinen Lieben auch alles Gute!

 

Wir werden allein keinen Weg finden

26.03.2020 07:30
Renate

 

Auch ich möchte mich auf diesem Pfad mal einschalten. Wer andere Beiträge von mir gelesen hat, weiß, dass ich augenblicklich ein Wechstlbad der Gefühle zwischen Panik und Hoffnung durchlebe. Zunächst: Wir haben uns nach der Coronakrise alle zwangsweise verändert, denn wir haben sie durchlebt und die Erfahtung gemacht, was es heißt Wochen oder gar Monate nur im allerengsten Kreis oder gar alleine direkte soziale Kontakte zu haben und auch erlebt, was dann über die modernen Medien doch möglich ist. Wir haben erlebt wie präsent Leid und Tod sein können obwohl wir doch dachten, so viel zu können. Wir haben geschlossene Kirchen erlebt und viele die Sehnsucht verspürt, das was fehlt. Ich als Katholikin sehne mich jetzt schon danach gemeinsam Messe feiern und das Heilige Brot empfangen obwohl ich sonst auch durchaus kritisch bin.
Und nur eins gibt mir jetzt Hoffnung und Halt, das Gebet.
Manchmal schreiend, weinend verzweifelt, aber dennoch daran festhaltend, dass ich seit Jahren die Erfahrung mache, dass es gut tut, unserem Gott, der uns nicht fern bleiben wollte, sondern als Mensch einer von uns wurde, und all unsere Sorgen und Nöte bis hin zu einem schrecklichen Tod am Kreuz durchlebt hat , alles zu bringen und wenn auch zögerlich, IHM zu vertraurn. Not lehrt beten. Eigentlich ein blöder Spruch. Aber in dieser Situation suchen wieder mehr Menschen nach Sinn, der eben nicht in Leistung und Geld zu finden ist, und es gibt auch zunehmend mehr online Agrbote. Doch die Kirchen könnten mehr tun, das empfinde ich auch so, aber ich bin doch auch Kirche und sollte trotz meiner Angst und meines Unvermögens anfangen. Wenn wir, jeder einzelne, die sehr einschneidenden Erleabnisse und Erfahrungrn dieser so unwirklichen Zeit nie vergessen, was uns da so sehr gefehlt hat, wonach wir uns sehnen, Gemeinschaft, Mitgefühl Begegnung und gleichzeitig erleben, wie ruhig es sein kann, dass sich jetzt die Umwelt schon erholt, dann wird nach der Krise alles anders werden.

 

Turbokapitalismus 2.0?

26.03.2020 09:41
Nachtigall

 

Ich kann im Moment nicht so recht daran glauben, dass es eine Veränderung im Konsumverhalten nach der Coronakrise geben wird. Vielleicht bei einzelnen, aber nicht in der Gesamtheit.

Irgendwer -ich glaube Abi - hat weiter oben das Bild der babylonischen Türme gebracht, die schnellstmöglich wieder aufgebaut werden müssen. Wenn ich höre, wie die Rettungspakete geschnürt werden - ohne Zweifel auch absolut notwendig- und dazu Forderungen kommen, dass die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder angekurbelt werden muss, koste es, was es wolle - dann gehe ich eher davon aus, dass im Wirtschaftswachstum der Turbo eingelegt wird. Damit alles wieder so wird wie vorher.

Es gibt tatsächlich schon erste potentielle „Gewinner“ der Krise, die versuchen, aus dem derzeitigen Notstand so viel wie möglich Kapital (im wahrsten Sinne des Wortes) zu schlagen. Auch Kliniksbetreiber schrecken nicht davor zurück, den Druck auf ihre Angestellten noch weiter zu erhöhen, um die Gewinnmarge trotz allem zu halten.

Verlieren werden die Leute, denen es sowieso schon nicht so besonders gut ging und die nicht die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Absicherung haben. Ich fürchte, das derzeit erlebte mentale Zusammenrücken und die Solidarität untereinander wird sich wohl nicht in voller Breite durchsetzen.

So, jetzt habe ich eine Portion Pessimismus verbreitet, tut mir leid. Den Horx-Text habe ich schon gelesen, und so oder ähnlich würde ich mir das tatsächlich wünschen. Aber haben wir überhaupt die Kraft dazu, das in der Breite zu leben? Wieviele Menschen werden sich diese guten Erkenntnisse aus der Krise hinüberretten können? Oder wird der Kampf ums Überleben härter?

Was können wir alle tun, um dieses Szenario zu vermeiden?

Nachdenklich
Nachtigall

 

Mein Glaube in Zeiten von Corona

26.03.2020 12:04
Lectrice

 

Ich möchte an keinem der Beiträge hier Kritik üben, denn alle, ohne Ausnahme, haben ihre Berechtigung. Was ich nicht gerne lese und worum ich persönlich bitten wollte, es vielleicht bleiben zu lassen, ist, dass man sich für seine eventuell "pessimistische" Haltung entschuldigt. Die momentane gesellschaftliche Lage ist erstens "neu" und zweitens derartig "kompliziert" und schwer zu überschauen, dass verschiedene Meinungen über "Zukunft" zumindest hier bei uns annehmbare Akzeptanz finden sollten.

Auch wenn ich harte Kritik an der Institution "Kirche" verübe, kann ich ohne meinen Glauben an Gott nicht leben. Ich wage zu behaupten, dass er mir zur Zeit sehr gute Dienste leistet und bin froh über diese meine Fähigkeit oder Möglichkeit, mich darin heimisch fühlen zu können. Ein Gebet stärkt mich echt. Gemeinsam zu beten hat noch einmal eine ganz andere Qualität. Und daran hapert es: Erneut bin ich sehr enttäuscht über meine Kirchengemeinde, in der es zwei evangelische Kirchen gibt. Auf jeder Homepage ist nur der Eintrag zu finden, dass wegen der Corona-Krise alle Veranstaltungen ausfallen. Der Pfarrer gibt im Nachrichtenblatt seine Telefonnummer und Email bekannt, unter der man ihn kontaktieren könne, wenn man Hilfe wünsche. Kein "Bleiben Sie gesund!" Das ist bitter ...
Von daher ist der Verlag "Andere Zeiten" mit seinen Angeboten ein Segen für mich!!! :) Verlässlich, gerade in besonders anderen Zeiten *freu*

 

Nachdenklichkeit laut geäußert

26.03.2020 12:25
Lectrice

 

Ist "Glauben" doch eher "nur" Privatsache???
Ich pflege meinen Hausaltar: Er besteht aus einem wolligen Schaf, einem Engel, der Tambourin spielt, einer Weihnachtskerze und einer Stele mit aufbauenden Begriffen, wie "Gott, Freunde, Hoffnung, Herz, Vertrauen, Sehnsucht, Miteinander" u.a.

 

alles bleibt wie es ist

26.03.2020 12:44
bettina

 

haben wir das nicht alle auch ein stück weit selbst in der hand? wenn wir das volk sind, und das sollte in einer demokratie so sein, dann haben wir eine stimme. dann können wir diese stimme erheben und sagen, was wir wollen. gemeinsam, solidarisch, laut und andauernd. dann können wir den bürgermeistern, ortsverbänden, landräten, bundesministern auf die nerven gehen. wir können sagen, dass wir nicht einverstanden sind mit dem kaputtsparen von gesundheit, bildung, infrastruktur, den nicht deklarierten ,,lebensmitteln,, aus china, die eher das prädikat giftmüll haben, dem microplastik in kosmetik, fischen und unserem verdauungsapparat, der irrsinigen globalisierungspolitik, in der wir milch für china und milchpulver für afrika produzieren und hier in gülle ersaufen, der tatsache, dass china die welt aufkauft mit beteiligungen und nach ihrem abbild formt, dass weltkonzerne patente auf wasser und lebensmittel haben, dass an der börse auf fallende preise gewettet werden darf, dass hier arzneimittel knapp sind, weil nur noch asien produziert und chargen oft derart verschmutzt sind, dass sie nicht verkehrsfähig sind, dass soja für rinder produziert wird, die nur 1/3 der aufgenommenen Menge verwerten können, dass kollektionen fabrikneu verbrannt werden, weil sie von gestern sind.....schlicht, dass in diesem märchen vom ewigen wachstum endlich die prinzessin vernuft den prinz menschlichkeit küsst und die welt vom bösen zauber befreit.
machen wir nicht einfach so weiter. machen wir uns auf.

 

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