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Herzlich willkommen

. . . in unserem Adventsforum. Bis zum Drei-Königs-Tag am 6. Januar 2020, 18 Uhr, bietet das Forum Raum für Ihre Gedanken zur Adventszeit. Danach bleibt es noch für eine Woche zum Lesen geöffnet. Wir vom Andere Zeiten-Team freuen uns auf Ihre Beiträge und einen anregenden Austausch!

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Thema »Herzensfragen«

Herzensfragen

30.11.2019 19:50
Lichtblick

 

Vor einiger Zeit habe ich eine kleine Box entdeckt mit 50 Fragen, die von Herzen kommen - für tiefgehende Gespräche mit nahestehenden Menschen. Gerne möchte ich einige mit euch teilen:

"Was für eine Mutter war deine Mutter, als du klein warst?"

(Worin ähnelst du ihr und worin nicht?)

 

30.11.2019 20:05
simchat

 


Meine Mutter wollte mich nicht und das hat sie mich oft spüren lassen. An allem war immer ich schuld.
Andererseits hat sie den Grundstein gelegt, dass ich ein Bücherwurm wurde.
Sie hat ein Leben lang schwer gearbeitet und doch reichte es nie, was sie natürlich unglücklich und unzufrieden machte.
Schließlich wurde sie zur Alkoholikerin und starb mit 58 Jahren an den Folgen.

 

30.11.2019 20:17
Nachtigall

 

Meine Mutter war - und ist noch - das Beste, was einem Kind passieren kann. Ich habe sie immer als liebevoll, fürsorglich und jederzeit ansprechbar erlebt. Für die Bedürfnisse ihrer Kinder stellt(e) sie ihre eigenen Bedürfnisse hinten an, ohne darüber sich selbst zu verlieren - ich habe keine Ahnung, wie sie das macht, aber es ist so.
Ich begreife mit zunehmendem Alter und der eigenen Erfahrung als Mutter immer mehr, was für ein wertvoller Schatz das ist, den ich durch meine Mutter mitbekommen habe.

Als wir klein waren, hat sie uns viel vorgelesen, Geschichten erzählt und mit uns gesungen. Bei Geschenken und Überraschungen war sie immer sehr erfinderisch. Dass das Geld bei meinen Eltern oft knapp war, haben wir nie mitbekommen. Und sie hat uns grundsätzlich verteidigt, wenn wir ungerecht behandelt oder geärgert wurden (auch mit Lehrern hat sie sich angelegt). Das finde ich ganz stark!

 

Diese Frage habe ich mir viele Jahre lang auch gestellt...

30.11.2019 21:01
Tikvah

 

... die Beziehung zu meiner Mutter (meinen Eltern) war von Anfang an eine sehr schwierige.
Etwas woran wir Alle sehr gelitten haben - woran es lag? Als Kind / Jugendliche dachte ich, das ich allein dran Schuld sei, dieses Signal wurde deutlich gesendet . Heute ist mir klar, das es wohl viele Faktoren waren, die zusammenkamen: die Traumata die meine Eltern in den letzten Kriegsmonaten und den 12 Jahren danach erfuhren, der Verlust der Heimat, dem Neuanfang in einem Landesteil der Ihnen fremd war und der nie Heimat wurde, die schweren Erkrankungen meiner Großeltern (und der Pflege die auf den Schultern meiner Mutter lastete) und meines Vaters, die Existenzsorgen aufgrund der Frührente meines Vaters mit knapp 40 und die Sorge auch dieses neue Zuhause zu verlieren, eigene Erkrankung, Erschöpfung und unendlich viel Arbeit in Haus, Garten und Feld. Ob sie da schon an Depressionen litt, ich weiß es nicht. Im Nachhinein denke ich: ja - aber wer hat sich in den 60 - 70er Jahren darum gekümmert? Möglichst unauffällig (ja nicht außerhalb der Familie über die Familie reden - wem sollte sich da ein Kind anvertrauen und dadurch vielleicht Hilfe für Alle holen können?) und anständig leben, anderen helfen, sich selbst nichts gönnen, immer für andere da sein, ... Da war ein Kind wie ich sicher nichts, das was ihr half, dafür fehlte ihr die Kraft - bei aller Liebe für dieses Kind. Ich habe lange an vielen Kindheitserinnerungen "geknabbert" - ich habe übrigens auch viele Schöne. Mit knapp 70 wurde bei Ihr Demenz festgestellt (mit Depressionen) - direkt nach dem Tod meines Vaters - vielleicht hat sie da auch einfach nicht mehr weiter gekonnt, so ohne Aufgabe. Ich bedauere, das es uns bis zu Ihrem Tod in diesem Jahr nicht gelang doch noch eine gute Beziehung auf zu bauen.

 

Grins

30.11.2019 22:33
Greta

 

Hallo Lichtblick

Da musste ich direkt grinsen, denn du kennst ja meine Mutter...

Sie ist manchmal etwas schwierig, aber auch berechenbar in ihren Reaktionen. Ich kann mit ihr umgehen.
Und selbstverständlich hat sie mich mein Leben lang geprägt. Bis heute. Gut und nicht gut. Ich habe gelitten unter ihr und ich habe mit ihr gelitten.
Ich will nicht sein wie sie, doch manchmal erwische ich mich doch dabei.
So geht es wahrscheinlich uns allen...

 

01.12.2019 07:39
Eule48

 

Meine Mutter hatte ein schweres Leben. 1908 als uneheliches Kind geboren!! zu den Großeltern abgeschoben, als die Mutter einen Ehemann bekam, der aber kein fremdes Kind wollte. Da war es , glaube ich auch nicht leicht, die eigenen Kinder zu lieben. Aber sie hat sich Mühe gegeben. Mein Vater ist als Alkoholiker aus russischer Gefangenschaft zurückgekommen und fand keinen Halt mehr. und ist auch früh verstorben. Sie musste das Familieneinkommen verdienen, mehr schlecht als recht. Auch zur Rente noch was dazuverdienen. Sie ist mit 78 Jahren an Krebs gestorben.
Manchmal bin ich wohl auch ein wenig wie sie. Viel ihrer "Kernsätze" benutze ich heute auch.
Ich habe sie schon sehr lieb gehabt, aber ein Leben lang um ihre Anerkennung gerungen.

 

01.12.2019 08:14
Mimi

 

Das ist eine Frage, die viel in mir in Bewegung gebracht hat! In meiner Kindheit war meine Mutter nicht wirklich präsent für mich, ich hatte einen alkoholabhängigen Vater und in diesem System kam meiner Mutter die Rolle derjenigen zu, für ihn zu sorgen und den Schein nach außen zu wahren- niemand sollte wissen, was da los ist.... das hat ihre gesamte Kraft gekostet. Nach dem Tod meines Vaters musste sie allein auf sich zurückgeworfen 2 Kinder im Pubertätsalter „ aushalten“, ihre Trauer verarbeiten. Sie hat dann einen Partner gefunden, der sie lang und liebevoll begleitet hat!
Ich weiß, dass sie stets ihr Bestes gegeben hat!
Unser gemeinsamer Weg war nicht immer leicht, es gab und gibt da noch immer einige Tabus, die einfach nicht thematisiert werden ( bzw.: wenn ich etwas thematisiere, schweigt sie bis ein anderes Thema gefunden ist...)
Mittlerweile ist meine Mutter eine alte Frau, den Tod ihres Partners vor 5 Jahren hat sie noch nicht verkraftet, sie ist sehr einsam ( das vermute ich... sie würde das so nie sagen!)
Ich fahre alle 2 Wochen zu ihr an den Wochenenden, um sicherzustellen, dass sie isst und hat, was sie bracht ( jedes Mal 500 km) und trotz der Anstrengung, die meine Besuche in vielerlei Hinsicht mit sich bringt, und auch der Umkehrung der Rollen ein Stück weit, bin ich froh, diese Zeit mit ihr zu haben!
Und manchmal, ganz manchmal wünsch ich mir so eine Mama, zu der ich in den verschiedenen Etappen meines Lebens hätte kommen dürfen, die mir ein Süppchen gekocht hätte und mich gehalten hätte... genau so eine Mama versuche ich jetzt für meine Töchter zu sein!

 

01.12.2019 12:26
Lichtblick

 

.....und hier die nächste Frage:

"Welche Dinge würdest du noch gerne mit deiner Mutter besprechen?"
Warum ist dir das wichtig?

 

01.12.2019 13:39
Tikvah

 

Ich hätte gerne gewusst, warum sie die einfache Kinderfrage: "Hast du mich lieb Mama?" nicht mit einem einfachen "ja" beantworten konnte (warum ihr dies so schwer fiel) sondern mit "Jede Mutter hat ihr Kind lieb."
An ganz Alltäglichem hätte ich selbst gerne den Mut gehabt, mit Ihr über ihre Kindheit, ihre Heimat, ihre (und damit auch meine) Familie zu reden, ihr Fragen zu stellen, ihre Meinung zu wissen, ...
Und ich würde mir ;) von ihr all ihre Rezepte aufschreiben lassen, denn Kochbuchrezepte erreichen selten den Geschmack den die Gerichte in der Kindheit hatten. Und es gibt Rezepte aus der Heimat meiner Eltern, die hier nicht gekocht / gebacken werden z.B. suche ich seit Jahren das Rezept von eingeweckter Sülze ;) und ich glaube, mit dem heutigen Wissen, das Mütter nicht ewig leben, würde ich jetzt auch so Sachen wie "Klunkersuppe" und "Schwarzsauer" probieren, nur damit ich wüsste wie das überhaupt schmeckt.

 

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