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Thema »Die Welt wird nicht mehr sein wie vorher«

Die Welt wird nicht mehr sein wie vorher

24.03.2020 07:25
Blumenwiese

 

Die Welt wird nicht mehr so sein wie vorher ... prognostizieren die Zukunftsforscher. In welche Richtung werden wir uns verändern?
Ich habe das Empfinden, so viel wird sich nicht verändert haben.

Ja, "Selbstwirksamkeit" ist wichtig, um sich nicht als Opfer einer Situation zu fühlen. Und ja, wir haben gelernt nach dem Nachbarn zu schauen (und hamstern gleichzeitig Klopapier, um unser Leben zu retten).

Doch ist nicht das geblieben, was uns die letzten Jahrzehnte immer mehr prägte: der Glaube in die Machbarkeit durch den Menschen. Vom Gesundbleiben durch das Abarbeiten einer Fitnessapp bis zu dem Glauben an den Virologen. Wenn uns einer retten kann, dann er, der einen Impfstoff gegen diese Seuche entwickelt.

Waren bei der Wiedervereinigung Deutschlands die Kirchen noch voll, hoffen wir heute, dass wir es schaffen, weil es die Wirtschaft schafft, das Gesundheitssystem, ...

Und sollten wir es schaffen - wem geben wir unseren Dank? Uns?

Die Welt wird nicht so bleiben, wie es war!?

Liebe Grüße
Blumenwiese

 

24.03.2020 08:10
Lara

 

Ich glaube nicht, dass es falsch ist, auf die Entwicklung eines Impfstoffes zu hoffen und dass daran mit Hochdruck gearbeitet wird. Und ich glaube, dass wir alle dazu beitragen müssen, die Ausbreitung der Erkrankung zu verlangsamen indem wir uns adäquat verhalten. Aber der Glaube an Gott oder eine höhere Macht lässt uns hoffen, lässt uns den Nächsten im Blick haben, lässt uns dankbar sein, macht uns zu mitfühlenden und einander helfenden Menschen. Lässt uns erkennen, dass alles nur geliehen ist. Und dass wir da, wo wir etwas geschenkt bekommen auch selbst verschenken können, in welcher Form auch immer. In Situationen, wo wir uns klein, verletzlich und ohnmächtig fühlen, suchen und rufen wir nach Gott.
Und Gott kennt uns. Und er weiß um alle unsere Schwächen. Und wenn wir ihm Raum geben wird er mit uns gehen.

Sollten wir es schaffen, wem gebührt unser Dank? Allen, die gekämpft haben, die verzichtet haben und vernünftig waren, die den Nächsten nicht aus den Augen verloren haben weil so GOTT durch diese Menschen wirken konnte.

 

24.03.2020 08:48
Wilma

 

Die Welt verändert sich, wenn Menschen sich verändern. Ob ich mich verändern werde, kann ich noch gar nicht sagen.
Dass mein Leben durch Krankheiten bedroht ist und ich nicht in allen Fällen auf Ärzte und Medizin hoffen kann, war mir schon vorher klar. Dass ich wenig in der Hand habe, auch.

Aber ich hätte nicht gedacht, dass der Staat so massiv in meine Freiheitsrechte eingreifen wird. Verkehrstote und Klimawandel haben ihn bisher wenig zum Handeln veranlasst. Diese Erfahrung hat mich in den letzten zwei Wochen am meisten beeindruckt.

Wenn es in Deutschland gelingt, die Kurve zu verflachen, könnte ich mir vorstellen, dass ich die eigentlich wenig attraktiven deutschen Tugenden, z. B. Genauigkeit und Befehlsbefolgung, in einem positiveren Licht sehen werde.

 

24.03.2020 11:11
Abi

 

Ja, die deutschen Tugenden.
Mir graust ein bisschen davor.
Ich hatte einen Vater, der mir noch den Spruch vom deutschen Wesen eingeimpft hat, an dem nochmal die Welt genesen wird.
Ich frage mich nur, wie das wohl die Menschen in den Flüchtlingslagern sehen, die in den ganz armen Ländern, die, die hier zwischen uns arm und fremd sind. Sie alle sind gerade total im Stich gelassen. Da sterben jetzt viele, ganz ohne Corona.
Wem sollen sie danken? Gott, weil er uns die deutschen Tugenden geschenkt hat und ihnen die Armut, den Krieg, die Verfolgung, die Chancenlosigkeit? Ich hoffe auf Besserung und Erkenntnis in Richtung Gemeinwohl. Da könnte zukünftig das deutsche Wesen eher hinderlich sein.
Sehr nachdenklich
Abi

 

24.03.2020 11:15
Abi

 

Gerade die Befehlsbefolgung - huh, damit haben wir so üble Erfahrungen gemacht. Ich rate zur Vorsicht, zum Selberdenken und aufrecht bleiben. Die Nazis waren schlimmere Killer als das Virus. Geholfen haben ihnen genau diese deutschen Tugenden.
Musste ich nochmal sagen.
Abi

 

"Geld regiert die Welt"

24.03.2020 11:45
Lectrice

 

So war es bisher und so wird es auch nach Corona sein, nur noch stärker. In volkswirtschaftlicher Hinsicht wird es Kraftanstrengung, Tempo, Hektik, Korruption, noch mehr Kaufanreize, weitere verkaufsoffene Sonntage, noch mehr Ausbeutung von Arbeitskräften geben.
Die Hoffnung auf Änderung im gesellschaftlichen Bereich, was Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, Empathie der Menschen untereinander betrifft, wird es nicht geben. Wir können sie auch nicht von Balkonen herbeiklatschen. Wir Menschen sind eben anders gestrickt.
Schon an anderer Stelle hier im FF schrieb ich eher als Gedankensplitter die Frage: Was machen die Kirchen aus dieser Krise? Nutzen sie ihre Chance, wieder Angebote zu schaffen, welche Gläubige anlocken statt sie zu vertreiben? Entschuldigt bitte meine negative Sicht: Ich kann es nicht glauben!

Unter den zahlreichen "zwischenmenschlichen" Themen, die zur Zeit einer Betrachtung würdig sind, möchte ich gerne eines herausgreifen, das mir besonders am Herzen liegt: Das Leben der Familien mit ihren Kindern in Zeiten der Corona-Krise.
Welch' eine gewaltige Anstrengung momentan für Eltern!!!

In der Regel sind beide Elternteile berufstätig und nun im Homeoffice. Dazu kommt "gleichzeitig" die Aufgabe der Kinderbetreuung, bei Schulkindern sogar mit Übernahme von Lehrertätigkeit (Mithilfe, den aufgetragenen Lernstoff zu lenken). Die jüngeren Kinder müssen beschäftigt und beaufsichtigt werden beim Spielen, Malen, Kleben usw. Daneben fallen selbstverständliche Tätigkeiten wie Essen kochen, Wäsche waschen, Wohnung putzen an. Bitte Homeoffice nicht aus den Augen verlieren, auch dafür gibt es feste Präsenzzeiten. Nicht zu vergessen: Unser aller Bewegungsradius ist eingeschränkt ... bei Strafe verboten! Kinder brauchen viel Bewegung! Und nicht jede Familie verfügt über einen Garten. Spielplätze, sog. Spielburgen mit den herrlich bunten Bällebädern , Sportanlagen, Hallenbäder, Büchereien ... alles geschlossen!!!
Deshalb von mir: Ein dickes LOB an die vielen Familien, die momentan ordentlich zu stemmen haben!!! <3 <3 <3

Jetzt komme ich zum Ausgangsimpuls, dass nach Corona die Welt nicht mehr so sein wird wie vorher zurück und stelle eine Gegenfrage: Wie werden sich Erzieher*innen und Lehrer*innen verhalten, wenn der "Normalbetrieb" wieder einsetzt? Werden sie die psychische Ausnahmesituation, in der die Kinder über Wochen waren, berücksichtigen (können/dürfen)?
Ich hoffe auf ganz viel Verständnis, Nachsicht, Empathie, Flexibilität und nicht zuletzt auf *Leichtigkeit* im sozialen Miteinander.
Nicht alles so schwer und bierernst nehmen, sondern Freude und Dankbarkeit zeigen, wenn die Krise hoffentlich bald vorbei ist.

 

24.03.2020 12:12
Wilma

 

Bei den Familien darf man nicht unterschätzen, dass zudem alle Sportereignisse wegfallen. Bei 2/3 der männlichen Familienmitglieder meiner Kernfamilie ist Sportschau ein absoluter Stimmungsheber. Und auch früher, wenn die Kinder mal krank waren und fernsehen durften, konnte man immer noch ohne Probleme Skispringen anschalten, denn von dem üblichen Kinderprogramm werden Kinder ja völlig überdreht. Es ist wirklich schwierig für sie.

Das Balkonklatschen finde ich persönlich eher abschreckend und sehe nicht, dass es Menschen dazu bewegt, sich der Kirche zuzuwenden. Die Menschen wollen ernst genommen werden und nicht, dass jemand verklärt Seifenblasen pustet und "die Welt ist so schön bunt" verordnet.

 

24.03.2020 12:50
Paulina

 


Das Balkonklatschen finde ich persönlich eher abschreckend und sehe nicht, dass es Menschen dazu bewegt, sich der Kirche zuzuwenden. Die Menschen wollen ernst genommen werden und nicht, dass jemand verklärt Seifenblasen pustet und "die Welt ist so schön bunt" verordnet.


...sehe ich ähnlich, liebe Wilma:
Mir persönlich erscheinen solche Aktionen auch eher albern, aber wem es gut tut, der möge doch klatschen - wenn's dem jeweiligen Immunsystem dient, es schadet ja nix :o)
Mittagsgrüßle,
Paulina

 

Selberdenken??

24.03.2020 12:59
Paulina

 

Gerade die Befehlsbefolgung - huh, damit haben wir so üble Erfahrungen gemacht. Ich rate zur Vorsicht, zum Selberdenken und aufrecht bleiben. Die Nazis waren schlimmere Killer als das Virus. Geholfen haben ihnen genau diese deutschen Tugenden.
Musste ich nochmal sagen.
Abi


Ich kann deine Bedenken durchaus nachvollziehen, liebe Abi: nee, wenn Grundrechte eingeschränkt werden, ist das keine Kleinigkeit...
Angesichts der gute Wahlergebnisse einer gewissen Partei in fast allen Bundesländern in diesem unseren Lande erscheint es mir aber dann doch fraglich, ob sich unsere Entscheidungsträger*innen in dieser Krise allein auf das Selberdenken aller verlassen sollten...

Grüßle von Paulina (nach wie vor stille Mitleserin auf eurem schönen Herzenspfad - das nur am Rande :o))

 

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