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Hampe: Die Wildnis, die Seele, das Nichts

Auf dem Titel ist ein altes Gemälde abgebildet, dass den Blick auf den Boden einer Wiese mit Fröschen und Insekten freigibt.

Im Mittelpunkt der Versuchsanordnung steht Aaron, der den Nachlass seines Freundes, des fiktiven Lyrikers und Philosophen Moritz Brandt, ordnet. Im Dialog ist er dabei mit Kagami, einer Gefährtin, erschaffen aus künstlicher Intelligenz. Die »Simulation« spielt im Jahr 2039. Und, so viel sei verraten, ohne etwas vorwegzunehmen: Em Ende stirbt der Protagonist. Sein Autor weiß wie sich dieser Tod anfühlt, hell und tröstlich, ein schlichtes Verlöschen, das alles in sich einschließt.

Das knapp 400 Seiten starke Buch ist bei aller Literarizität ein Streifzug durch die Philosophie. Es widmet sich der Frage, wie und wo das »wirkliche« Leben zu begreifen ist. In der Wildnis? Der Seele? Im Nichts? Und welche Rolle spielt die Idee der Unsterblichkeit dabei? Ein Buch mit vielen Ebenen, das sich zum reflektierenden Schmökern eignet, Wissensdurst stillt, die Fantasie anregt. »Die Wildnis, die Seele, das Nichts« ist ein Gegenentwurf zu Büchern, die in fünf bis zehn Thesen die Welt erklären wollen. Wer sich darauf einlassen kann und möchte, ist am Ende reicher.

Michael Hampe, Die Wildnis, die Seele, das Nichts. Über das wirkliche Leben. München: Hanser Verlag 2020. 26 Euro.